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Die Orgel PDF Drucken E-Mail

Bei der Einweihung der Pfarrkirche zu Diedenbergen bereicherte noch keine Orgel den Gemeindegesang. Erst 1790 hat Diedenbergen die Bürgy-Orgel
in Frankfurt Bockenheim für 1400 Gulden erworben. Bis sie in Frankfurt abgebaut und in Diedenbergen die Kirchenschiffdecke erhöht worden war, gingen wohl noch einige Jahre ins Land, sodass sie vermutlich erst 1795 regelmäßig im Gottesdienst eingesetzt werden konnte.

1995 feierte Diedenbergen deshalb sein 200jähriges Orgeljubiläum
u.a. mit der Herausgabe von zwei CDs mit Orgelmusik und Chorgesang.
10 Jahre später, 2005, erschien wieder eine CD mit Originalaufnahmen in der Kirche Diedenbergen, diesmal von dem Wiesbadener Knabenchor unter Leitung von Roman Twardy das Passionsoratorium "Das Lied des Lammes" von Johann Mattheson (1681-1764).

 

Johann Conrad Bürgy (1721 - 1792) stammte aus dem schweizerischen Kanton Schaffhausen
und lernte bei der Orgel- und Klavierbau-Schule Silbermann die Kunst des Orgelbaus.
Auf seiner Gesellen-Wanderschaft kam er zum Orgelbauer Syer in Nieder-Florstadt,
heiratete dessen Tochter und wurde Bürger von Bad Homburg als "Hessen-Homburgischer
Hoforgel- und Instrumenten-Baumeister".
Seine drei Söhne bauten Orgeln nach dem Klang- und Konstruktionsprinzipien ihres Vaters.
Solche Bürgy-Orgeln sind u.a. noch in Bad Homburg, Königstein, Büdingen und Wehrheim zu hören, aber auch in Wien und Budapest.

Bürgy-Orgeln zeichnen sich durch einen festen, hellen, farbenreichen und vollen Klang aus.
Die meisten wurden stilistisch verändert oder aus Unwissenheit über ihren Wert abgerissen.
Diedenbergen kann sich rühmen, eine kostbare Rarität in der Frankfurtet Orgellandschaft zu besitzen.
Die fachgerechte Restaurierung 1971 durch die Firma Oberlinger ermöglichte mit dem beinahe vollständig erhaltenen Pfeifenbestand einen Klang wie vor 200 Jahren.

Ulrich Rompel